Der Fliegenbinder Bindeworkshop Mise en place, oder wie entsteht eine Kleinserie
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Donnerstag, den 26. Februar 2009 um 22:26 Uhr

Mise en place im Fliegenbinden 






Mise en place als das vorbereiten kennen viele aus der Küche. Dort bereitet man die verschiedenen Zutaten für ein Essen zunächst einmal vor, bevor man anschließen das eigentliche Kochen beginnt.

Anhand einer Kleinserie von Wolly Buggern möchte ich euch zeigen wie ich das Fliegenbinden angehe und mir alles vorbereite. Dazu teile ich die einzelnen Bindeschritte auf-
Zunächst einmal lege ich mir nur die Bindematerialien zurecht die ich für den ersten Schritt benötige. Dies wäre in diesem Fall, Haken,Goldköpfe,Sekundenkleber, und Bleidraht. Alles weitere verschwindet von meinem Arbeitsplatz.

Als erstes schiebe ich auf alle Haken den Passenden Goldkopf auf, und lege mir diese zusammen vor den Bindestock.

Danach spanne ich den Haken ein, und trage Sekundenkleber zur Fixierung des Bleidrahtes auf.

Um die Fliegen möglichsteine einheitliche Größe, dicke und aussehen zu geben, mache ich mir kleine

Proportionshilfen. In diesem Fall beginne ich mit dem Bleidraht am ende der Hakenspitze, und im Thoraxbereich nach Augenmaß ca 15 Wicklungen zurück.

20 - 30 Minuten später liegen nun die fertig beschwerten Haken zum weiterverarbeiten bereit.


Weiter gehts  mit dem 2. Teil 


Mise en place im Fliegenbinden ( Teil 2 )

Der Haarige Teil:

Benötigtes Material im 2. Schritt ist Marabou hier Schwarz und Braun, Bobbin, Schere, Bindelack mit Nadel

Aus dem Marabou entnehmen wir nun 10-15 Federn säubern diese grob von losen Fibern und resten der Färbung und den Kiel. Diese Federn Selektieren wir nun der größe nach vor. 

Falls es nötig wird, schneiden wir bei den großen Federn die Spitze raus, fein Sortiert und von losen Fibern befreit warten die Marabou Federn nun auf die Weiterverarbeitung.

Zunächst spannen wir den Haken wieder in den Bindestock und legen den Bindefaden fest. Dabei gehe ich zur nochmaligen Sicherung des Bleidrahtes in Kreuzwicklung 1mal zu Öhr hin und wieder zurück. Zur genauen Einhaltung der Proportionen der Fliege achte ich wiederum darauf das bei allen weiteren Haken das Marabou an der gleichen Stelle eingebunden wird. Hier dient zur Orientierung der Wiederhaken einfach soweit den Bindefaden festlegen bis dieser in Höhe des Wiedehakens runter hängt. 

Das Marabou wird eingebunden, zur länge dient wie üblich die Länge des Hakens. Mit 2 halben Strichen und etwas Bindelack wird dieser Bindeschritt abgeschlossen.

Weiter geht es mit dem 3. Teil Der Körper und die Behechelung.




30 vorbereitete Wolly´s warten auf Weiterverarbeitung,

Nun lege ich mir jeweils 10 Fliegen zusammen, die alle das gleiche Flash-Material bekommen sollen. Dazu bereite ich mir aus einem Sattelbalg 10 Federn vor, indem ich diese am Kiel vom Flaum befreie und zurecht lege. 

Aus dem Flash-Strang, hier ist es Oranges Krystal Flash entnehme ich in diesem Falle 7 Fäden, diese Teile ich in der Mitte, und die daraus entstehenden 2 Stück Teile ich nochmals, so das ich 4 gleich lange Stücke erhalte. Ich hoffe man erkennt es auf den Fotos...

Und nochmals die vorbereiteten Flash Stücke in Nahaufnahme.
Durch das Falten erreiche ich jeweils bei allen Stücken die gleiche länge.

 Der Körper wird aus Hasen Dubbing welches ich in größeren Dosen praktisch und sauber mir direkt an den Platz stellen kann hergestellt.

Der vorbereitete Haken mit Marabouschwanz, wird nun eingespannt und der Bindefaden wird erneut festgelegt.

Nun Binden wir auf jeder Seite des Hakens ein vorbereitetes Bündel Krystal-Flash ein.

Beim einbinden der Krystal-Flash Fasern achte ich darauf das dies in 2 Schritten gemacht wird. Ich lasse zwischen beiden etwas Platz damit ich später die Fasern besser trennen kann. Das ganze in vergrößerter Ansicht.

In die Mitte der Fasern legen wir nun die Hechel mit der Spitze voran fest

Mit dem Hasendubbing wird nun der Körper des Wolly Buggers hergestellt, dazu gehe ich zunächst mit dem Bindefaden wieder zum Öhr und dann mit dem Gedubbten Faden zurück zum Schwanz. Dabei legt sich das abstehende Krystal-Flash nach hinten.

Jetzt wird der Bindefaden in groben Wicklungen bis zum Kopf geführt und das Dubbing dadurch nochmals gesichert. Anschließend wird das Flash Material nach vorne geklappt. Durch die erwähnte doppelte Einbindung kann man nun mit einer Nadel zwischen den Schwanzfasern und Seitenfasern gehen und diese trennen. Es ist darauf zu achten das die Fasern nicht unter starkem Zug eingebunden werden, weil diese sich durch die Kräuselung aus der Bindung ziehen könnten. Der überstehende Rest wird nicht zu knapp abgeschnitten.

Jetzt wird nur noch die Hechel im Palmerstyle nach vorne gewunden und abgebunden. Wen sich wie auf dem Foto hinten einige Fibern einklemmen, sind diese mit einer Nadel ohne Probleme wieder frei zu bekommen. Etwas Lack und 2 Kopfknoten komplettieren diese Variation eines Wolly Buggers.
So werden auch alle anderen Wolly´s dieser Kleinserie gebunden.

Da ich schon einen Abnehmer dieser Serie gefunden habe, werden die anderen 20 Bugger auf Wunsch mit anderem Flash Material gebunden.


Mit diesem Bericht wollte ich zeigen dass man auf viele verschiedene Arten Fliegen binden kann. Einige Tips zum Besseren und einheitlicheren Binden habe ich euch nun vermittelt, aber es gehört auch schon etwas Übung dabei. Wenn es nicht auf Anhieb so klappen sollte, lasst den Kopf nicht hängen in der Natur ist auch nicht jedes Insekt gleich. Jede gebunden Fliege ist ein Unikat.
Ich wünsche euch viel Spass beim Nachbinden, und freue mich auf eure Komentare.

TL
Marco